Gutenberg-Schule Dierdorf als einzige Grundschule deutschlandweit ausgezeichnet mit dem „European Innovation Teaching Award 2021“ der Europäischen Union

Als einzige Schule in Rheinland-Pfalz und einzige Grundschule deutschlandweit wurde am 16.09.2021 die Gutenberg-Schule Dierdorf von der EU-Kommissarin Marija Gabriel in einem Livestream als Preisträgerin bekannt gegeben. Dieser Preis, der Bildungseinrichtungen in Europa für ihren innovativen Unterricht auszeichnet, wird in diesem Herbst erstmalig vergeben und wird zukünftig jährlich ausgelobt. Insgesamt vier deutsche Bildungseinrichtungen gehören in diesem Jahr zu den Preisträgern.
Ausgezeichnet wurden Projekte, die sich mit dem Thema „Distance and blended learning“ auseinandergesetzt haben, also „Fernunterricht und gemischte Lernformate“. Der neue Preis nimmt damit Projekte besonders in den Fokus, die sich mit Digitalisierung oder innovativen Onlineformaten beschäftigt haben –Themen, die aufgrund der COVID19-Pandemie plötzlich noch stärker an Relevanz gewonnen haben. Nicht erst seit Corona ist der digitale Wandel für Schulen eine große Herausforderung: Es geht aber nicht nur darum, neue Geräte anzuschaffen. Gefragt sind stattdessen auch Fortbildungen für das Lehrerkollegium, fundierte Medienpädagogik, innovative Unterrichtskonzepte und neue Ansätze für die Schulentwicklung, die zeigen, wie die Digitalisierung inhaltlich Einzug in die Schulen halten kann.
Hier hat das Kollegium der Gutenberg-Schule in einem schulweiten über zwei Jahre angelegten Erasmus-Projekt neue Wege beschritten. Zu betonen ist dabei, dass der Projektbeginn bereits vor der Pandemie lag.

In dem Partnerschaftsprojekt  Komm, ich zeige dir meine Stadt – Gestaltung digitaler Stadtführer für Kinder.“ wurden vielfältige kindgerechte Ideen, wie man über zeitliche, räumliche und sprachliche Distanz miteinander gewinnbringend interagieren und lernen kann, entwickelt. (Diese sind unter anderem auf der Homepage der Schule – gbs-dierdorf.de – unter der Rubrik „Erasmus+“ veröffentlicht.) Sie werden nun jenseits des Projektes im alltäglichen Unterricht weiter genutzt und ausgebaut. Die Kinder haben ihre Stadt aus den Augen der Partnerkinder aus der polnischen Partnerschule in Krotoszyn betrachtet und versucht, sie über verschiedene mediale Wege diesen näher zu bringen. Sie haben dabei gelernt, wie man sich neue Räume sprachlich, räumlich und medial erobert, auftretende Schwierigkeiten überwindet und Herausforderungen mutig annimmt. Dabei haben sie sich mit ihren polnischen Mitschülern digital getroffen, miteinander gelernt und sogar gemeinsam gefeiert. Der Lernzuwachs auf inhaltlicher und sozial-emotionaler Ebene kommt den Kindern lebenslang und auch besonders während der Corona-Krise zugute.
Die europäische Preisverleihung findet am Mittwoch, den 20. Oktober statt – leider nicht wie geplant in Brüssel, sondern aufgrund der Pandemie lediglich online. Nichtsdestotrotz ist die gesamte Schulgemeinschaft stolz auf diese besondere Würdigung ihrer Leistung.